Kooperatives Ganztagsmodell, die Lösung der Schulkindbetreuung?

09. Juli 2018

2025 soll der Rechtsanspruch der Eltern auf Ganztagsbetreuung auch im Schulkindbereich umgesetzt sein. Derzeit stehen viele Eltern von Grundschülern jedoch noch vor einem Problem: Ganz zu schweigen davon, dass nicht genügend Betreuungsplätze vorhanden sind entspricht die Betreuungssituation nach der Schule und in den Ferien nicht oder nur teilweise den Wünschen und dem Bedarf aller Beteiligten. Die Schulkindbetreuung in Bayern ist derzeit ein Dschungel aus verschiedenen Betreuungsformen. Die Unterschiede zwischen offenem und gebundenem Ganztag, Mittagsbetreuung kurz oder lang, mit oder ohne Ferienbetreuung ein- oder zweimal und die Angebote vieler unterschiedlicher Träger ist für die Eltern kaum mehr zu erkennen.

In der Podiumsdiskussion am 4. Juli der SPD-Landtagskandidatin Britta Promann wurde versucht, den Bedarf und die Umsetzung einer einheitlichen Form bei Eltern und Lehrer zu ergründen. Hierzu stellte zunächst Julia Sterzer, Referatsleitung der AWO München Stadt das Modellprojekt „Kooperative Ganztagsbildung“ vor. Zusammen mit der Stadt München und dem bayerischen Sozialministerium wird seit März 2018 ein einheitliches Konzept mit Schule und Kinderbetreuung an ein und demselben Ort entwickelt. Alle Kinder mit Betreuungsbedarf werden an Ihrer Sprengelschule nachmittags gemeinsam betreut. Das Raumkonzept der Schule wurde so gestaltet, dass den Kinder neben den Klassenzimmern noch zusätzliche Räume für Aktivitäten und Rückzug zur Verfügung stehen. Eltern haben die freie Wahlmöglichkeit bezüglich Dauer, Umfang und Schulform und können ihre Kinder gleich bei der Schuleinschreibung zur Betreuung anmelden. Das Konzept ist so ausgelegt, dass alle Kinder dieser Schule auch dort betreut werden könnten. Dieses Modell wird im Schuljahr 2018/2019 erstmals umgesetzt und soll im darauffolgenden Schuljahr an zehn weiteren Münchener Grundschulen implementiert werden.

Aber was brauchen Familien und Schulen bei der Schulkindbetreuung im Raum Rosenheim?

Dieser Frage wurde in der anschließenden Podiumsdiskussion von Helga Wagner, Schulleitung der Prinzregentenschule in Rosenheim, Julia Sterzer von der AWO München Stadt, Bärbel Max, Mitgründerin der Mittagsbetreuung Stephanskirchen und ehemalige Schulleitung der Wirtschaftsschule Bad Aibling und Britta Promann, Landtagskandidatin der SPD nachgegangen. Als Hauptproblem wurde gesehen, dass viele Schulen in Stadt und Landkreis als reine Unterrichtsgebäude gebaut wurden und der Platzbedarf für eine kooperative Ganztagesbetreuung erst baulich gedeckt werden müsste. Das geht natürlich nur, wenn die Sachkostenträger, respektive die Kommunen, an einem Strang ziehen. Auch einer wohnortnahen Betreuung wurden viele positive Aspekte zugesprochen - die Verwurzelung der Kinder in wohnortnähe ist ein nicht zu verachtendes Argument.

Das Modell der kooperativen Ganztagsbildung ist auf jeden Fall ein Schritt in die Richtige Richtung. Die Vereinfachung für die Eltern und die bestmögliche Betreuung für die Kinder muss im Vordergrund bleiben.

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